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03.06.2013 12:03

Kein Bier ohne Hopfen

Unser Interview Gottfried Härle, Brauerei Clemens Härle, Leutkirch

Portrait von Gottfried Härle.

Nicht nur wegen des Reinheitsgebots, sondern ganz einfach aus Gründen der feinen Aromen muss der Hopfen ins Bier: die Brauer mit Leib und Seele verwenden überwiegend die Produkte der baden-württembergischen Hopfenbauern aus Tettnang. Gottfried Härle, Chef der Brauerei Clemens Härle aus Leutkirch erklärt, weche Bedeutung der Hopfen für seine Brauerei und ihre Biere hat.

Was bewirkt denn der Hopfen im Bier?
Er bringt feine Aromen und Herbe ins Bier, sorgt für die Schaumbildung und die natürliche Haltbarkeit. Und wirkt außerdem auch noch entspannend. Hopfen ist auch eine wichtige Arzneipflanze. Deren gesundheitsfördernde Wirkungen hat bereits Hildegard von Bingen entdeckt.

Welchen Hopfen verwendet die Brauerei Clemens Härle?
Prinzipiell nur Hopfen aus dem Anbaugebiet Tettnang, auch wenn es Zuchtsorten aus der Hallertau sind. Angebaut und geerntet werden sie in Tettnang am Bodensee, die klimatischen Bedingungen dort sind ideal für hohe Aromaqualität. Wir verwenden in der Hauptsache die Sorten Perle und Hallertauer Tradition, wie gesagt aus der Tettnanger Produktion.

Und in welcher Form kommt der Hopfen ins Bier?
Die Brauer mit Leib und Seele und damit auch die Brauerei Härle verwenden grundsätzlich keinen Hopfen-Extrakt, ganz klar. Wir nehmen Hopfen-Pellets, also natürlichen Hopfen, der gereinigt, getrocknet und gepresst wurde sowie traditionellen Doldenhopfen: generell besteht die dritte Hopfengabe in unserem Brauvorgang aus Doldenhopfen. Das macht unsere Biere etwas feiner und in der Herbe ausgeglichener. Das ist nach unserer Erfahrung entscheidend für das feine Aroma.

Experimentieren Sie auch mit Hopfen?
Ja, natürlich. Wir haben einen eigenen kleinen Hopfengarten direkt neben der Brauerei in Leutkirch. Ursprünglich dazu gedacht, den Brauereibesuchern ein Bild vom Hopfen zu vermitteln, bauen wir dort fünf verschiedene Sorten an, die wir jetzt auch ernten und verwenden. Letztes Jahr hat die Sorte Herkules als Grünhopfen – also nicht gedarrt und lagerfähig gemacht, sondern erntefrisch verwendet - unserem Schwarzsud eine spezielle Note verliehen: kräftige herb-frische Geschmacksnoten, hopfenaromatisch und obergärig, fast wie ein irisches Guinness...

Kann man das noch probieren?
Nein, das ist längst getrunken. Wir haben nur 6000 Liter davon gebraut und die waren schnell weg. Selbst Leute, die eigentlich keine Experimente beim Bier mögen, haben es versucht, und für sehr süffig gehalten.

Schade. Gibt es denn nach der Ernte dieses Jahr wieder einen Spezial-Sud?
Ja bestimmt. Wir denken noch darüber nach, wie wir unseren selbst gezogenen Hopfen dieses Mal einsetzen. Es wird sicher wieder ein spezielles Bier mit ausgeprägten Aromen werden.

Dann wünschen wir Ihnen viel Erfolg für Ihren Spezial-Sud!

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