Kooperations-
partner:
MBW
Presse > Aktuelles > Nachrichten

25.09.2013 13:57

Hopfen entspannt und bringt Aromen

Kurzinterview Christian Wunderlich, Herbsthäuser Brauerei, Herbsthausen/Bad Mergentheim, Dipl.-Braumeister, Dipl. Wirtschaftsingenieur (FH) und Bier-Sommelier aus Baden-Württemberg

Portrait von Christian Wunderlich

Bier besteht laut Reinheitsgebot aus drei Zutaten: Hopfen, Malz und Wasser. Und die müssen im Sud enthalten sein – in unterschiedlichen Mengen selbstverständlich. Ohne Hopfen schmeckt aber kein Bier – denn der sorgt für die vielfältigen Aromen.Die Bierhefe als vierte Zutat ist für die alkoholische Gärung verantwortlich und wurde erst durch Lewis Pasteur im Jahre 1872 in seinen Studien „Die Theorie der Gärung“ wissenschaftlich erforscht. Seine Erkenntnisse bilden die Grundlage für Biere mit vorhersehbaren Qualitätseigenschaften.

Christian Wunderlich von der Herbsthäuser Brauerei erläutert, welche Hopfensorten bei Herbsthäuser zum Einsatz kommen.

Braucht Bier wirklich Hopfen?
Christian Wunderlich:
Auf jeden Fall! Hopfen bringt die feinen Aromen ins Bier. Mit stärkeren Hopfengaben kann man Spezialbiere brauen, die geschmacklich einiges zu bieten haben. Und das ruft dann viele Genießer auf den Plan.

Gibt es bestimmte Trend-Hopfen?
Wir in der Herbsthäuser Brauerei setzen traditionell auf Hopfen aus Tettnang und aus der Hallertau. Der Tettnanger Hopfen kommt direkt von der Familie Junginger. Spalter Select und Hallertauer Perle beziehen wir direkt vom Landwirt aus der Hallertau. Alle verwendeten Hopfen sind aus kontrolliertem, integriertem Anbau. Darüber hinaus wird dieser Doldenhopfen traditionell in die kochende Würze in der Sudpfanne gegeben.

Bittere ist nicht gleich Bittere. Bei unserem Herbsthäuser Edel-Pils ist die Bittere der entscheidende Geschmacksfaktor. Hierbei kommen durch den Einsatz des Doldenhopfens sehr tolle, blumige und fruchtige Hopfenaromen im Geruch sowie im Geschmack des Bieres zum Vorschein. Die vielen im Hopfen enthaltenden Aromen beeinflussen sich untereinander und vermindern oder steigern ihre geschmackliche Wirkung. Aufgrund dieser Komplexität gibt es bis heute keine Messmethode für das Hopfenaroma während für die Bittere eine einzige Messung ausreichend ist.

Und sonst? Setzen Sie auch neue Hopfensorten ein?
Für spezielle Anlässe brauen wir auch Spezialbiere wie zum Beispiel unser Festbier für besondere Veranstaltungen. Dieses Bier ist besonders mild gehopft und hat einen etwas höheren Alkoholgehalt.
Im Kleinsud haben wir verschiedene Tests mit Flavor-Hopfensorten durchgeführt und zum Beispiel einen Bavarian Madarin Hopfen oder eine Hopfensorte mit Gletschereis-Aroma getestet. Das Aromaspektrum des Bieres wird durch diese neuen Sorten enorm ausgeweitet.

Was bewirkt Hopfen im Bier?
Hopfen beeinflusst den Geschmack eines Bieres wesentlich – er bringt die herben Noten und sorgt für Bekömmlichkeit. Auch für einen stabilen Schaum ist der Hopfen verantwortlich und er unterstützt die natürliche Haltbarkeit. Hopfen ist (ja) auch eine Arzneipflanze und wirkt entspannend. Das ist ein Wirk-Spektrum, das jedes Bier veredelt.

Hopfen wird nicht nur bei der Bierherstellung, sondern auch in der Pharmaindustrie, für Wellness und Kosmetik eingesetzt. Allerdings gehen heute 97 Prozent der Welthopfenerzeugung in das Bier.

Zurück