Kooperations-
partner:
MBW
Presse > Aktuelles > Nachrichten

25.07.2013 13:45

Ein herbes Bier ist eine Kunst

Kurzinterview Ulrich Kumpf, Kaiser-Brauerei, Geislingen/Steige

Portriat von Ulrich Kumpf, Kaiser-Brauerei Geislingen

Bier ohne Hopfen – das gibt es eigentlich nicht. Dafür sorgt schon das Reinheitsgebot von 1516, nach dem ins Bier Hopfen, Malz, Wasser und Hefe gehört – und sonst nichts. Aber diese vier Zutaten müssen sein – auch wenn die verwendete Dosis sehr unterschiedlich ist. Ulrich Kumpf, Brauer mit Leib und Seele und Chef der Kaiser-Brauerei, erklärt worauf man in Geislingen besonderen Wert legt.

Mit welchen Hopfensorten braut die Kaiser-Brauerei?
Ulrich Kumpf:
Traditionell Hopfen aus Tettnang  und der Hallertau – die Brauer mit Leib und Seele haben sich ja bewusst die Regionalität auf ihre Fahnen geschrieben. Dazu kommt, dass der Hopfen aus der Bodenseeregion qualitativ sehr gut ist. Brauer und Hopfenbauer sprechen in Bezug auf Qualität einfach die gleiche Sprache.

Welche Sorten konkret?
Das kommt auf die Biersorte an: Fürs Weizenbier beispielsweise nur Perle, beim Kellerbier dagegen besteht nur die erste Hopfengabe aus Perle, die zweite und dritte Hopfengabe ist der Tettnanger Tettnanger.

Warum dieser Unterschied? Sind die Sorten so verschieden im Aroma?
Die Hopfensorte Perle gibt ein gutes Aroma, ist blumig, würzig und leicht süßlich. Der Tettnanger ist eine hochfeine Aromasorte mit einer blumig würzigen Note und bringt ein wuchtiges Aromaspektrum in das Bier. Damit steuert der Braumeister, wie ausgewogen, wie herb oder wie süffig ein Bier ist. Ich sage immer: Es ist keine Kunst ein bitteres Bier zu brauen, aber es ist eine Kunst ein herbes Bier zu brauen.
Das Geheimnis liegt in der perfekten Abrundung.

Wie erkennt man die?
Der Hopfen soll sich sanft auf der Zunge bemerkbar machen, sich aber dann wieder davon machen. Das garantiert die Verwendung von natürlichem Hopfen in Pellets- oder Doldenform. Biere, die mit Hopfenextrakt gebraut sind, haben eine unangenehme Bittere, die auf der Zunge bleibt. Das findet bei unseren traditionell gebrauten Bieren nicht statt. Der Grund: wir verwenden grundsätzlich keinen Hopfenextrakt. Das ist ein entscheidender Punkt.

Und was halten Sie vom Hopfenstopfen, also der Zugabe von Hopfen im Ausschlagtank, wenn das Bier vom Sudhaus zum Kühlen gebracht wird?
Das ist bei Spezialbieren wie unserem Hopfengold durchaus gängiges Brauer-Handwerk. Wir betonen die Hopfennote hier besonders. Es ist ein beliebtes Bier, das es nur im Herbst, direkt nach der Hopfenernte, gibt - eines unserer bekannten saisonalen Biere. Die nächste saisonale Bierspezialität aus der Kaiser-Brauerei kommt zum Göppinger Maientag und wird speziell für diesen Anlass gebraut und ausgeschenkt.

Zurück