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20.11.2007 00:00

Bierbrauer gegen die Grüne Gentechnik

Am 23. April, dem „Tag des Bieres“, hatten die Brauer ihre Aktion gestartet. Schließlich datiert vom gleichen Tag des Jahres 1516 die älteste lebensmittelrechtliche Richtlinie der Welt – das Reinheitsgebot. Die große Zahl besorgter Baden-Württemberger entspricht dem bundesweiten Trend: 80% der Deutschen sind gegen genveränderte Lebensmittel.   Mit den zehn Brauern aus dem Land spricht sich der komplette Verband Private Brauereien Deutschland e.V. für entscheidende Nachbesserungen des Gesetzesentwurfes aus. Verunreinigungen konventionell angebauter Kulturen gehörten bestmöglich vermeiden. „Die Gentechnik kann in der Medizin Gutes bewirken, nicht aber in der Landwirtschaft“, legte Ulrich Zimmermann von der Berg Brauerei aus Ehingen nachdrücklich dar. Beweise, dass die so genannte Grüne Gentechnik Mensch und Natur tatsächlich nicht schädigt, seien nicht ausreichend erbracht. Der im Gesetzentwurf mit 150 Metern definierte Mindestabstand von gentechnisch verändertem Mais zu konventionell angebautem müsse mindestens auf 300 Meter vergrößert werden, was dem zum Ökoanbau vorgeschriebenen Korridor entspricht. Verunreinigungen durch Insekten oder Pollenflug seien programmiert.   Auch der geplante Grenzwert zur Feststellung einer gentechnischen Verunreinigung der Ernte von 0,9 Prozent des Ertrags sei ungenügend. Diese Abgrenzung müsse unbedingt verschärft werden. Roland Demleitner, Geschäftsführer des Verbandes Private Brauereien Deutschland, forderte die Bundesregierung auf, sich bei der Europäischen Union für die Herabsetzung dieses Kennzeichnungsschwellenwertes auf 0,1 Prozent einzusetzen. Die Sicherheits- und Haftungsstandards für Grüne Gentechnik müssten so hoch wie nur irgend möglich gehängt werden.   Ministerin Schavan zeigte sich von der Förderungswürdigkeit des Einsatzes von Gentechnik in der Nahrungsmittelproduktion restlos überzeugt und ließ auch das Argument des Eingriffs in die Schöpfung nicht gelten. Die ehemalige Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken bezog die Gentechnik sogar in den christlichen Auftrag, die Schöpfung zu kultivieren, explizit ein.   Die „Brauer mit Leib und Seele“ ihrerseits schöpfen aus der breiten Resonanz Hoffnung: „Wir dürfen es nicht unterlassen, der Politik die Sorgen der Verbraucher kund zu tun“, insofern seien die 30.000 Unterschriften ein wichtiger Mosaikstein in der politischen Diskussion, so Zimmermann.   Bildunterschrift Titelbild Dr. Annette Schavan erhält von Ulrich Kumpf und Uli Zimmermann die Sammlung der Unterschriften gegen Gentechnik.   Bildunterschrift: Sie übergaben die Unterschiften für eine gentechnikfreie Landwirtschaft: Herr Härle sen., Fritz Tauscher, Friedrich Kalb, Uli Zimmermann, Alfred Schimpf, Roland Demleitner (Geschäftsführer Private Brauereien Deutschlands e.V.), Beate Zimmermann, Klaus Wunderlich, Christiane Majer-Allgeier, Hans Stolz und Ulrich Kumpf.

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