Wohl wissend, dass die Bierfreunde im Land Weizenbier zwischenzeitlich eigentlich das ganze Jahr genießen, ist der Weizenbieranstich doch ein Fixpunkt im Veranstaltungskalender der Brauer mit Leib und Seele.
Diese Demonstration einer verschworenen Gemeinschaft wird nach Ansicht von Christine Majer-Allgeier von der Königsbräu Heidenheim –Oggenhausen , wo die Aktion am 23. Juni 2005 stattfand, immer wichtiger, wenn man die Entwicklung des Biermarktes betrachtet. “Zwischen managergeführten, internationalen Braukonzernen, und Billigbierraffinerien droht der kleine Brauermittelstand zerrieben zu werden“. so Christiane Majer-Allgeier.
Ihr Kollege und Sprecher der Gemeinschaft Ulrich Kumpf, von der Kaiser-Brauerei, Geislingen bringt es auf den Punkt. „Konzentration und Billig sind die natürlichen Feinde von Individualität und Vielfalt“. Für Letzteres stehen die Brauer mit Leib und Seele mit ihren Brauhäusern, die alle in der persönlichen Verantwortung durch die jeweiligen Inhaber geführt werden.Sie brauen charaktervolle Bier für den individuellen Geschmack der Bierfreunde in ihrer Region. Dabei verwenden sie gemäß ihren eigenen Leitregeln ausschließlich Rohstoffe, die aus integriertem, kontrolliertem Anbau von verantwortungsbewussten Landwirten der Region stammenMit ihrer Verantwortung für den Erhalt und die Pflege einer gewachsenen Biervielfalt und Bierkultur bieten die Mitglieder der Gütegemeinschaft bewußt eine genussvolle Alternative zu Massen- und Einheitsbieren.Mit dem gemeinsamen Weizenbieranstich wird dies auch nach außen deutlich dokumentiert.Bei welchem Fassanstich haben die Gäste die Gelegenheit, dabei zu sein, wenn zehn Bierbrauer gleichzeitig ihre Weizenfässer anstechen. Und wo sonst gibt es für den Besucher, die Möglichkeit, zehn unterschiedliche Weizenbiere, die allesamt aus inhabergeführten Familienbrauereien in Baden Württemberg stammen, parallel zu verkosten. “Eigentlich bin ich schon überrascht, was die kleinen Brauereien an Qualität bieten. Die stehen den Weizenbieren, die man aus dem Fernsehen kennt in keinster Weise nach. Schade, dass man die nicht überall bekommt“ so ein Besucher der Veranstaltung, dessen Meinung von vielen anderen geteilt wurde.
Besondere Bedeutung erhielt der diesjährige Weizenbieranstich, zu dem mehrere hundert Bierfreunde den Weg zur Königsbräu nach Heidenheim fanden, durch den Besuch des Wirtschaftsminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg Ernst Pfister(MdL).Auch ihm liegt eine erfolgreiche Weiterentwicklung der mittelständischen Brauereien im Ländle am Herzen. Nicht nur weil Bier in Baden-Württemberg schon aus der Geschichte heraus ein Stück Kulturgut darstellt, sondern weil die regionalen Brauereien mit ihren regionalen Absatz- und Einzugsgebieten mit ihrem Engagement, regionalen Aufträgen und mit ihren Arbeitsplätzen ein wichtiger Motor beim Erhalt vitaler regionaler Wirtschaftskreisläufe sind.Der GüteGemeinschaft TraditionsBier stellte der Minister auf diesem Weg ein gutes Zeugnis auch für die Zukunft aus.Die vielen Bierfreunde in Königs-Biergarten sahen dies, nicht zuletzt wegen der vielen Bierproben, sicher genauso.